12.10.2025

Im Dunkeln, in der Schlucht: Was alpine Rettungsübungen über Drohneneinsätze verraten

Foto: © START Living Lab Projektteam

Nacht, Kälte, steile Felswände – beim Pilot Day 2025 in Belluno testeten Bergretter Drohneneinsätze unter Realbedingungen. Das SIENA-Team beobachtete, wo Technik an Grenzen stößt und wo menschliche Erfahrung entscheidet.

Nachtübung (10.10.)

Suche mit Wärmebild und Scheinwerfer bei Null Sicht. Herausforderungen: Drohne kaum sichtbar, plötzliche Böen, Pilotenermüdung nach 25 Minuten, Kälte beeinträchtigt Feinsteuerung. Lösungen: Positionslichter, zusätzlicher Spotter, Windlimit <12 m/s, Pilotenwechsel nach 30 Minuten.

Schluchtübung Serrai di Sotto Guda (11.10.)

Tethered Drohne als Kommunikationsrelay bei komplettem GPS-Ausfall. Risiken: ATTI-Modus ohne GPS, minimale Ausweichmöglichkeit, Absturzgefahr über Bodenpersonal. Gegenmaßnahmen: manueller Langsamflug, zweiter Operator für Seitenabstand, definierter No-Fly-Zylinder.

Kern-Erkenntnisse:

  • Risikobewertung erfolgt oft intuitiv – Bedarf an standardisierten, datenbasierten Tools.
  • Kommunikation Luft-Boden bleibt Engpass; präzise Positionsübermittlung fehlt.
  • Rollenklarheit und Prozess-Standardisierung sind entscheidender als Hardware-Upgrades.

Empfehlungen:

  • Minimale Risiko-Checkliste für Bergrettungs-Drohnen (digital integrierbar)
  • Visuelle Bodenmarkierungen zur schnelleren Identifikation aus der Luft
  • Standardisiertes BVLOS-Notfallprotokoll für AT-IT-Grenzraum
  • Echtzeit-Geotagging für präzise Lagekommunikation

Der Pilot Day 2025 zeigte: Die Lücke zwischen technischem Potenzial und operativer Praxis schließt sich nur mit besseren Tools, klaren Standards und smarter Kommunikation.

Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Text auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.