10.08.2025
Wenn sich im Alpenraum ein Rettungseinsatz entwickelt, kann jede Minute über Leben und Tod entscheiden. Für Einsatzkräfte, die grenzüberschreitend zwischen Österreich und Italien arbeiten, können jedoch rechtliche und administrative Hürden den Einsatz von Drohnen genau dann verzögern, wenn sie am dringendsten benötigt werden.
Wir freuen uns, den Abschluss der Expertenanalyse unseres b-solutions-Falls „Cross-border UAS for (Re)Search and Rescue“ bekannt zu geben. Der von den Rechtsexperten von Dike Associazione Professionale erstellte Abschlussbericht untersucht die rechtlichen und administrativen Herausforderungen, die grenzüberschreitende Drohneneinsätze bei alpinen Such- und Rettungsmissionen erschweren.
Die Analyse bestätigt, dass Unterschiede zwischen den nationalen Verfahren in Italien und der Umsetzung des europäischen Rechtsrahmens für Drohnen in Österreich zu erheblicher Unsicherheit bei zeitkritischen Einsätzen führen. Besonders betroffen sind die Genehmigungsverfahren sowie die Anforderungen für BVLOS-Flüge.
Gleichzeitig zeigt der Bericht einen vielversprechenden Lösungsansatz auf. Er verweist darauf, dass die EU-Verordnung 2019/947 der Einsatzleitung vor Ort bereits die Befugnis einräumt, Drohnenflüge innerhalb eines aktiven Einsatzgebietes zu genehmigen. Nach unserer Einschätzung könnte diese bestehende Rechtsgrundlage ausreichen, um zeitkritische grenzüberschreitende Drohneneinsätze zu ermöglichen – ohne dass hierfür neue Rechtsvorschriften geschaffen werden müssen.
Der nächste Schritt besteht darin, gemeinsam mit den nationalen Luftfahrtbehörden zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen dieser Ansatz sicher, einheitlich und im Einklang mit dem geltenden Rechtsrahmen umgesetzt werden kann. Ziel ist es, praktikable Bedingungen und Verfahren zu identifizieren, die grenzüberschreitende Drohneneinsätze in Notfällen erleichtern und gleichzeitig ein hohes Sicherheitsniveau gewährleisten.
Mit dem Abschluss der rechtlichen Analyse beginnt nun die nächste Projektphase. Aufbauend auf den Erkenntnissen des Berichts werden wir gemeinsam mit den zuständigen Behörden und weiteren Partnern prüfen, wie sich die Empfehlungen bestmöglich in die Praxis überführen lassen. Unser Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine schnellere und wirksamere grenzüberschreitende Notfallhilfe zu schaffen – denn wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen, sollten Grenzen einer Rettung nicht im Weg stehen.
Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Text auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.