Smart Monkey Lab
Neugierige Blicke, smarte Technik: Das Smart Monkey Lab erforscht das Sozialleben der Japanmakaken mit neuen Technologien
Das Projekt Smart Monkey Lab wird im Rahmen des BRIDGE-Programms von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert (Projekt-Nr. 4639393, Laufzeit 2023–2026).
Was passiert, wenn eine seit Jahren stabile Affengruppe plötzlich auseinandergeht? Wie finden die Tiere neue Wege zueinander? Und wie können wir diese faszinierenden sozialen Prozesse nicht nur beobachten, sondern auch digital erfassen? Genau diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts am Affenberg Landskron in Kärnten: dem Smart Monkey Lab.
Ein Wendepunkt in der Affengesellschaft
Seit über 23 Jahren lebten 173 Japanmakaken in einer gefestigten Gemeinschaft am Affenberg in Landskron in Kärnten. Doch im Frühjahr 2020 sorgte eine natürliche Gruppenspaltung für einen echten Neustart: Dominanzhierarchien verschoben sich, neue Bindungen entstanden, das gesamte Sozialgefüge veränderte sich. Um diese Veränderungen zu erforschen, wurde am Affenberg erstmals eine Gehegerweiterung durchgeführt – eine einzigartige Chance für das Forschungsteam des Smart Monkey Labs, unter kontrollierten Bedingungen zu beobachten, wie die Tiere auf einen neuen Lebensraum reagieren und ihre Sozialstruktur neu gestalten.
Wenn Verhaltensforschung auf digitale Innovation trifft
Im Smart Monkey Lab schlagen Forschende der Universität Wien und der FH Kärnten (Forschungsgruppe SIENA) und das Team des Affenberg Zoobetriebsgesellschaft eine Brücke zwischen klassischer Feldbeobachtung und modernster KI-gestützter Technologie. Gemeinsam entwickeln sie ein Konzept, das das komplexe Sozialverhalten der Makaken präzise, tierfreundlich und alltagstauglich dokumentiert.
Statt auf rein manuelle Notizen für die klassische Verhaltensdokumentation zu setzen, arbeitet das Projekt mit einer Reihe digitaler Neuheiten:
- Eine benutzerfreundliche Feld-App, die Beobachtungen einfach und strukturiert erfasst
- KI-gestützte Bilderkennung, die einzelne Affen auf Fotos automatisch unterscheidet und wiedererkennt
- Eine intelligente Datenbank für die Affendaten
- Thermische Drohnenaufnahmen, die zeigen, wie sich die Gruppe im gesamten Habitat in der Nacht verteilt – ganz ohne die Tiere zu stören
Forschung zum Mitmachen: Citizen Science am Affenberg
Besonders spannend: Das Projekt öffnet die Wissenschaft für alle Besuchende. Durch neu entwickelte Citizen-Science-Formate sollen Parkgäste aktiv in die Datenerhebung eingebunden werden. Das bedeutet nicht nur wertvolle Unterstützung für die Forschung, sondern auch innovative, digitale Erlebnisformate, die den Affenberg-Besuch noch interaktiver machen.
Von Kärnten in die Welt
Was am Affenberg beginnt, hat das Potenzial, eine weltweite Anwendung zu finden. Das Smart Monkey Lab liefert nicht nur wertvolle Erkenntnisse über die österreichische Makakenpopulation am Affenberg und die moderne Verhaltensforschung, sondern auch ein flexibel anpassbares Konzept für Zoos, Wildtierparks und wissenschaftliche Projekte rund um den Globus. Langfristig eröffnet es neue Wege für Artenschutz, nachhaltigen Tourismus und technologische Innovation – mit hohem praktischem und wirtschaftlichem Potenzial.
In den kommenden Monaten werden wir hier Updates teilen, Einblicke in die Feldarbeit geben und zeigen, wie KI und Biologie zusammen neue Wege der Tierbeobachtung ebnen. Wir freuen uns, Sie auf dieser Reise mitzunehmen.

